2PAC AMARU HECTOR

Eine mittelalterliche Wasserburg im Rheinland: Die Firma Telematics hat zu einer Weihnachtsfeier geladen. Doch die Festlichkeiten werden Ziel eines terroristischen Anschlags. Der charismatische Anführer Hector Pandotero, Kommandant der „Rheinischen Bewegung Tupac Amaru“, nimmt Geiseln, verschanzt sich und verleiht seinen Forderungen auf ungewöhnliche Weise Nachdruck. Ihm gelingt es, seine Operation als popkulturellen Akt zu inszenieren. Ein beispielloses Medienspektakel läutet das neue Jahr ein.

Roman, Broschur, 260 Seiten, Preis: 10,00 €, ISBN: 9783940426109

Presse:

„Eine Sprache, die ihren Gegenstand ins Herz trifft und den Leser in die immer wieder überraschende Situation bringt, abends das Buch nicht weg legen zu können und sich selbst zuflüstern zu müssen: Gut, noch ein Kapitel, aber dann mach ich das Licht wirklich aus!?“ Guy Helminger (Luxemburger Wort)

Leseprobe


– FEUER!!!” Eine Stimme im Nebel. Schüsse knallen, die wenigen Vögel verstummen. Zunächst nichts weiter, Stille, rote Sonne im Dampfbad, dann Motorenge­räusch, ein tiefes Brummen, das aus dem Boden selbst zu dringen scheint. Gestal­ten stechen aus dem Dunst, vielleicht fünfzehn, sechzehn Personen. Man erkennt nicht viel, nur ihre Silhouetten. Und daß sie Kampf­kleidung tragen, Gewehre.

Hinterher rumpelt ein gepanzerter Laster, auf der Ladefläche ein drahtiger Bursche, auch er in Camouflage, darüber eine blaue Barbour-Jacke. Ein längliches Jungengesicht. Widerspenstige Strähnen lugen unterm schwarzen Barett hervor, er fegt sie mit hektischen Strichen aus der Stirn, beobachtet die Bewaffneten, die in loser Reihe vorgehen.

Er greift zum Megaphon, das vor ihm liegt: ”Hallooooo! Ihr kennt alle die Geschichte von meiner toten Oma??!! Gegen euch sah die super-lebendig aus! Runter mit euch, hopp, hopp!”

Die andern werfen sich widerwillig in den Dreck, die Pfützen spritzen. Sie robben voran unter den Kommandos des Anführers, der brüllt und fuchtelt wie ein Fußballtrainer. Meter um Meter arbeiten sie sich vor, ihre Münder stoßen Atemwolken aus, sie japsen, die Kalaschnikows behindern das Fortkommen.

Allmählich entwirrt die Morgensonne das dichte Gewebe, saugt weg, was aus dem Boden dampft, und gibt den Blick frei auf die uniformierte Gruppe, die auf ein unbekanntes Ziel hin vorwärtskriecht. Es ist eine bunte Schar, Männer und Frauen, ein paar Jugendliche, so­gar zwei mit Down-Syndrom sind darunter. Der Typ auf dem Laster läßt die Sirene des Megaphons aufheulen, daß die paar Spatzen und Krähen vor Schreck aus den kahlen Baumwipfeln stieben.