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Bücher aus der Backlist ...
Heimat & Weltall
Im ersten Teil des Buchs durchmisst der Autor erzählend und nachsinnend den Landstrich des nördlichen Rheinlands, persönliche Gedenkorte und Erinnerungsstätten seiner früheren und aktuellen Lebenswelt.
Kurzprosa, Softcover, 104 Seiten, Preis: 15,00 €, ISBN: ISBN: 978-3-85415-440-2
Inhalt:
Die Aufmerksamkeit des Erzählers richtet sich nach ORTEN und WEGEN, die für psychische Räume, biographische Bewegungen und Verbindungen stehen, und schließlich auf PFLANZEN, die aus der Erfahrung des Erzählers heraus charakteristisch für die Schauplätze sein mögen.
Während die „Heimat“-Texte unmittelbar Gegebenes präsentieren, in der Hoffnung, das Rätselhafte, das uns umgibt, greifbar werden zu lassen, versucht der science-fiction-hafte Zyklus „Weltall“ Möglichkeitsmodelle zu konturieren, Chancen und Risiken, Formen des Widerstandes zu benennen, wo Freiräume kaum mehr vorhanden sind: „Alles ist elektrifiziert, alles digitalisiert, alles medial, der Wahrnehmungsraum also weitgehend virtuell. Letzte Residuen ‚authentischer‘ Repräsentationen sind beständig verschränkt mit holografischen Projektionen, allgegenwärtigen Live-Übertragungen.“
In beiden Zyklen geht es um Deterritorialisierung: „Heimat“ hat sich in ubiquitäre Verwechselbarkeit aufgelöst. Die Vorstellung vom Weltall als utopischem Zukunftsraum zerstiebt unter der Vision eines all-gewaltigen Marktes. Folgerichtig ist der Sprachduktus von „Heimat & Weltall“ von einer artifiziellen Fremdheit geprägt, individuelle Redeweise geht auf im behäbigen Prosa-Stil zurückliegender Epochen oder im technoiden Idiom nachkommender Cyber-Generationen.
Presse:
„Es ist ein zweiköpfiges Ungeheuer literarischer Gattung: wortgewaltige Poesie, erschütternd emotional, mitreißend und zugleich verschlingend. […] Mehr als 100 Seiten prosaische Kultur-Philosophie mit schwarzweißen Fotografien und Skizzen vom Autor thematisch bebildert, liefert das Buch. Und liefert zugleich Kapitalismuskritik, Zeichensprache und Heimatkunde. Erinnerungen und Voraussagen.. Die Aussagen sind küsntlerisch kompakt verarbeitet, die expressionistische Lyrik mit sachdienlichen Hinweisen versehen […] ein apokalyptischer Geschichtsroman.“ (Rainer Morgenroth, Rheinische Post)
(& noch) eine sizilianische Reise, Novelle
Zwei deutsche Pärchen, eines aus dem Rheinland, eines aus Ostdeutschland, reisen im Winter 1996 gemeinsam nach Sizilien. Man kennt sich, aber, wie diese Unternehmung zeigt, offensichtlich nicht gut genug.
Novelle, Softcover, 224 Seiten, Preis: 23,00 €, ISBN: 978-3-85415-271-2
Inhalt:
Diese Italien-Fahrt der beiden Autoren Olli und Franz und ihrer Frauen Asta, einer Künstlerin, und Rieke, einer Historikerin, findet vor dem Horizont einer deutschen Identität statt, die sich aus den kulturellen Erfahrungen und Reiseberichten früherer „Touristen“ aus Deutschland (Riedesel, Bartels, Münter, Goethe, Seume, Waiblinger, Platen u.a.) aus dem Land, wo die Zitronen blühen, speist. Jeder Besucher Italiens führt Vorwissen und Erwartungen mit sich, konfrontiert die allgegenwärtigen Spuren von der Antike bis zur Gegenwart mit der eigenen, individuellen Geschichte. Mit dem Übertritt auf die „terra mitica“ Sizilien werden historische und philologische Lektüreerlebnisse wach. Zugleich erweist sich, daß deren Deutung und Identitätsstiftung in Ost und West verschieden ausfällt, daß angesichts des kulturell Anderen auch die Gegenwart sehr unterschiedlich aufgefaßt wird.
Die „deutsch-deutsche“ Reisegruppe, ursprünglich gut befreundet, erlebt wachsende Verständnisschwierigkeiten, gleichzeitig wird das Geschehen immer unwirklicher und unfaßbarer – eine Trennung zwischen Fiktion und Wirklichkeit ist nicht immer möglich. Die Beziehungen der Protagonisten zueinander geraten in einen fluktuierenden Zustand, und die (magisch-)historische Erde Siziliens wird so zum Ort einer Nagelprobe einer Freundschaft zwischen Ost und West.
Presse:
Enno Stahl wählt den Schnodder-Sound mit Bedacht. Franz jedenfalls lässt er über die deutsche Literatur klagen: „Ich seh` nur zwei Richtungen, Mainstream oder derart experimentell, dass man`s nicht lesen kann. … Den Deutschen fehlt die Leichtigkeit.“
in: Stadtrevue, Köln Magazin (8/2000)
Für die Katz und wider die Maus
Pohlands Film nach Grass
Essay, Softcover, Broschur, 128 Seiten, 14 EUR, ISBN 9783940426994
Inhalt:
Kaum ein Film der Nachkriegszeit war so umstritten wie Hansjürgen Pohlands „Katz und Maus“.
Die Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Günter Grass geriet gleichermaßen ins Visier der Sittenwächter wie in den Fokus der Politik. Während die einen sich über eine Onanie-Szene ereiferten, gerieten die anderen in heiligen Zorn, weil Pohland angeblich das „Eiserne Kreuz“ verunglimpfte, eine militärische Auszeichnung, die zu NS-Zeiten ein Hakenkreuz zierte. Zum Politikum wurde der Film aber auch durch die Mitwirkung von Willy Brandts Söhnen Lars und Peter.
Enno Stahl zeichnet in seinem Essay die Produktion des Films nach und beleuchtet ausführlich den gesellschaftlichen Kontext – die Machenschaften politischer Kreise ebenso wie die Rezeption seitens Presse und Öffentlichkeit. Es zeigt sich, dass die Auseinandersetzungen um Pohlands „Katz und Maus“ geradezu ein paradigmatisches Lehrstück über die junge Bundesrepublik waren, in der alte Seilschaften noch über Macht und Einfluss verfügten, Zensur durchaus noch an der Tagesordnung war und Kunst tatsächlich noch die Gemüter zu erregen vermochte.
Presse:
Enno Stahls Buch wägt die Eigenheiten der Novelle und des Films anschaulich gegeneinander ab, ohne dass eine spitzfindige Grass-Lektüre vorausgesetzt wird. […] doch fördert Enno Stahl viele Briefdokumente, Filmkritiken und Politiker-Interventionen zu Tage, die deutlich zeigen, wie dreist die Ewiggestrigen die Deutungshoheit über einen Filmstoff reklamierten, der sich mit Deutschland unter Hitler auseinandersetzte.
Claudia Lenssen / Deutschlandradio Kultur
In dem Band „Für die Katz und wider die Maus“ […] erinnert Enno Stahl nun an Hansjürgen Pohlands im Februar 1967 in den Kinos angelaufenen Film, der schon während der Dreharbeiten in das Visier von Politik und Sittenwächtern geriet. […] Und das liest sich spannender als manche herkömmliche Geschichtslektion.
Guntram Lenz / Zeitungsgruppe Lahn-Dill
Der Autor zeigt, dass die Auseinandersetzungen um Pohlands „Katz und Maus“ ein Lehrstück über das Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit in den 1960er- Jahren war. In der jungen Bundesrepublik verfügten die alten Seilschaften noch über Macht und Einfluss, Zensur war durchaus noch an der Tagesordnung und Kunst konnte die Gemüter noch erregen.
Manfred Orlick / literaturkritik.de



