Tagungsreihe „Richtige Literatur im Falschen“
Richtige Literatur im Falschen?
Schriftsteller – Kapitalismus – Kritik
Lässt sich die politische Problemlage unserer Zeit literarisch erfassen? Was ist die Rolle von Literatur im globalen Kapitalismus? Lässt sich ein dauerhafter Arbeitszusammenhang von Autorinnen und Autoren organisieren?
Diesen Fragen widmete sich im April 2015 eine Schriftstellertagung unter dem Titel „Richtige Literatur im Falschen?“, die, die initiiert von Ingar Solty und Enno Stahl, im Literaturforum im Brecht-Haus stattfand. Im Zentrum stand die Frage nach dem Verhältnis zwischen Literatur, Engagement und kapitalistischer Gesellschaft.
Sammelband, Broschur, 320 Seiten, Preis: 22,00 €, ISBN: 9783957321633
Inhalt:
Mit Ingar Solty und Enno Stahl diskutierten Ann Cotten, Annett Gröschner, Joachim Helfer, Thomas Meinecke, Norbert Niemann, Monika Rinck, Kathrin Röggla, Stefan Schmitzer, Erasmus Schöfer, Ingo Schulze, Michael Wildenhain und Raul Zelik mit den Theoretikern Jan Loheit, Helmut Peitsch, David Salomon und Thomas Wagner – unter lebhafter Beteiligung des Publikums.
Der Band „Richtige Literatur im Falschen?“ zeichnet die Tagung dokumentarisch nach und präsentiert darüber hinaus aktuelle Statements der Beteiligten.
Literatur in der neuen Klassengesellschaft
2018 fand die Tagung „Literatur in der neuen Klassengesellschaft“ in Kooperation mit dem Fritz Hüser Institut in Dortmund statt.
Beiträge von Christoph Butterwegge, Klaus Dörre, Richard Gebhardt, Joachim Helfer, Stefanie Hürtgen, Annett Gröschner, Cornelia Koppetsch, Norbert Niemann, Monika Rinck, David Salomon, Hannes Schammann, Stefan Schmitzer, Erasmus Schöfer, Ingar Solty, Enno Stahl, Anke Stelling, Thomas Wagner, Michael Wildenhain.
Sammelband, Hardcover, Preis: 49,90 €, ISBN: 978-3-7705-6528-3
Inhalt:
Der Dokumentationsband des Symposiums »Literatur in der neuen Klassengesellschaft« enthält Texte und Debattenbeiträge u.a. von Hans-Jürgen Urban, Christoph Butterwegge, Klaus Dörre, Annett Gröschner, Joachim Helfer, Stefanie Hürtgen, Cornelia Koppetsch, Norbert Niemann, Monika Rinck, David Salomon, Stefan Schmitzer, Erasmus Schöfer, Ingar Solty, Enno Stahl und Michael Wildenhain. Er dokumentiert – quasi in Echtzeit – den Ablauf des Symposiums, das durch einen ungewöhnlich barrierefreien Zugang des Publikums zum Tagungsgeschehen gekennzeichnet war. Das Netzwerk »Richtige Literatur im Falschen«, das diese Veranstaltung zum vierten Mal in dieser Form realisierte, versteht sich als offenes Diskussionsforum. Diskutiert wird in diesem Band die Frage, ob Deutschland heute wieder eine Klassengesellschaft ist, was die meisten der Autorinnen und Autoren bejahen. Die Auswirkungen dieser sozialen Spaltung werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet: der Pauperisierung, der Geschlechterproblematik und der Migration. Vor diesem Hintergrund werden sodann Überlegungen angestellt, ob Literatur auf die gesellschaftlichen Verwerfungen reagieren sollte oder gar muss – und wenn ja, in welcher Form.
Literatur im politischen Kampf
Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Revolution und Reaktion.
Mit Beiträgen von Jonas Bokelmann, Dietmar Dath, Annett Gröschner, Cornelia Naumann, Norbert Niemann, Chris Reitz, Stefan Schmitzer, Leonhard F.Seidl, Ingar Solty, Enno Stahl und Michael Wildenhain.
Sammelband, Broschur, 208 Seiten, Preis: 23,00 €, ISBN: 9783957325020
Inhalt:
Selten in der Geschichte haben sich so viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller an einer Aufstandsbewegung beteiligt wie bei der Münchner Räterepublik im April/Mai 1919. Autoren wie Ernst Toller, Erich Mühsam und Gustav Landauer waren Protagonisten der Bewegung. Auch Schriftsteller wie der Dramatiker Georg Kaiser, der Lyriker Alfred Wolfenstein sowie die (späteren) Romanciers Oskar Maria Graf und Ret Marut (alias B. Traven) nahmen lebhaften Anteil. Hatten sich bis dahin viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller, zumeist bürgerlicher Herkunft, fast sämtlich von der Kriegseuphorie mitreißen lassen, entstand nun ein neuer Typus gegenwartsbezogener und arbeiterbewegungsnaher politischer Autorinnen und Autoren.
Nach einem Blick auf die Ereignisse während der Münchner Räterepublik und den Anteil der Autorinnen und Autoren daran wird diskutiert, welche Bedeutung der Literatur in der Folge beizumessen war und ist. Im Zentrum steht die Frage, wie Autorinnen und Autoren heute sinnvolle Beiträge mit den ihnen eigenen Mitteln leisten können, um etwa der Bedrohung von rechts und den gesellschaftlichen Prekarisierungstendenzen entgegenzuwirken, die den Auftrieb der Rechten befördern.
Beiträge:
VORWORT
WANN SCHREIBT MAN DRINGEND WELCHE WELT?
Dietmar Dath
TEIL 1: DIE LITERATUR DES 20. JAHRHUNDERTS ZWISCHEN REVOLUTION UND REAKTION
A – Literatur und Literaten in der Münchener Räterepublik
IMMER WIEDER AUSBRECHEN
Dokumentarismus, Parteilichkeit und „Blochsche Kolportage“ bei B.
Jonas Bokelmann
»WAS IST’S DENN EIGENTLICH?«
Militarismus, Krieg und Revolution als Erfahrung in Oskar Maria Grafs „Wir sind Gefangene“
Norbert Niemann
DIE „RUSSISCHE STEPPENFURIE“
Eine Bundistin an der Seite Kurt Eisners
Cornelia Naumann
„DIE WUT GEGEN DEN VERTROTTELTEN KONVENTIONSSTIL DER GESELLSCHAFT“
Leonhard F. Seidl
B – Literatur und Politik in Weimarer Republik, BRD und DDR
WIE DIE KOMMUNISTISCHE ARBEITER*INNENBEWEGUNG DER WEIMARER ZEIT DIE KUNST DEMOKRATISIERTE
Und was die engagierte Literatur heute davon lernen kann
Ingar Solty
WEIBERBRIGADE
Mein literarisches Leben im Spätsozialismus
Annett Gröschner
DER WILDE WESTEN …
Michael Wildenhain
TEIL 2: HEUTE: LITERARISCHE INITIATIVEN VON LINKS UND VON RECHTS
FÜR EINE „KÄMPFENDE ÄSTHETIK“
Realismus und Widerspiegelungstheorie
Enno Stahl
SCHEINREVOLUTIONÄRE APOKALYPTIK
Zur Ideologie, Medienpolitik und Ästhetik der Neuen Rechten
Chris Reitz
DOPPELT BLIND IM DOUBLE-BIND
Stefan Schmitzer
Literatur und ökologische Praxis
2021 traf sich das Netzwerk in Fürth, mitorganisiert von Leonhard F. Seidl. Diskutiert wurde das Verhältnis von Literatur und Ökologie, inhaltlich wie materiel.
Mit Beiträgen von Julia Ingold, Norbert Niemann, Lena Pfeifer, Kathrin Röggla, Thomas Sablowski, David Salomon, Christian Schloyer, Stefan Schmitzer, Leonhard F. Seidl, Enno Stahl, Thomas Wagner, Michael Wildenhain, Markus Wissen, Hubert Zapf und Zara Zerbe.
Sammelband, Softcover, 360 Seiten, Preis: 29,00 €, ISBN: 9783957325723
Inhalt:
Wie schreibt man als Frosch im kochenden Wasserglas? Ist Romantik fehl am Platz und Zeit für Dystopien? Gibt es in Deutschland eine Tradition des Nature Writing? Wie kann eine Poetik des Schreibens über Natur aussehen? Und was können Schreibende dazu beitragen, die Klimakatastrophe zu verlangsamen?
Darüber referierten und diskutierten beim Symposium „Literatur und ökologische Praxis“ 2021 in Fürth Autorinnen, Literaturwissenschaftlerinnen, Politologinnen und Sozialwissenschaftlerinnen. Der Band „Literatur und ökologische Praxis“ ist ein brandaktueller Debattenbeitrag in einer Zeit, in der die Erde brennt.
Presse:
Die Klimakrise ist jedenfalls nicht einfach nur ein weiteres «Thema». Sie wirft, viel prinzipieller, die Frage auf, ob die Literatur über die Kluft zwischen Faktenwissen und Verdrängung hinweghilft.
Daniel Graf / Republik



